Februar 13, 2022

Eigentlich wollte ich nur kurz eine Antwort auf Leonids LinkedIn-Artikel schreiben … aber da die getippten Zeichen die erlaubte Zeichenzahl auf LinkedIn übersteigt, hier meine Replik als schneller Blogbeitrag:

Leonid beschreibt im Artikel „Ist konzentriertes Arbeiten eine Utopie?“ seine Tipps zur digitalen Selbstverteidigung effektiver Arbeitszeit und fragt „Wie schaffst Du es, konzentriert zu Arbeiten?

Meine schnellen Gedanken dazu (und dabei erinnere ich mich, dass ich vor einiger Zeit im Rahmen einer Retro über die neuen, pandemiebedingten Arbeitssituation mit Kolleg:innen schon darüber gesprochen habe, wie wir besseres und konzentriertes Arbeiten üben können):

‚Früher‘ war ein bewährtes Mittel, um konzentriert zu arbeiten, sich ins Homeoffice zurückzuziehen. Das funktioniert heute nicht mehr so gut.

Soweit wie möglich habe ich Benachrichtigungen der verschiedenen Tools deaktiviert. Bei MS Teams funktioniert das für mich nicht gut genug, weshalb hier manchmal nur das Beenden/Offline-Schalten bleibt (+Abwesenheitsnachricht, die darüber informiert … muss das für mich noch mehr zur gesunden Gewohnheit machen).

Großes Problem: Mangelndes Bewusstsein für Umgang mit Meeting-Einladungen bzw. generell der Arbeitszeit der Kolleg:innen.

Die hilfreichen Punkte aus Leonids Artikel aufgreifend könnten Ansätze z. B. sein:

  1. Eine Meeting-Einladung ist ein Werben um die Teilgabe der adressierten Person. Deshalb versorge ich sie mit allen Informationen, die notwendig sind, damit sie FREI entscheiden kann, ob sie an dem Meeting teilgibt oder absagt. (Gegenseitiges Verständnis und Vertrauen, dass sowohl die Einladung als auch die Absage durchdacht und begründet erfolgt.)
  2. Wir versuchen so weit wie möglich (ja, ich weiß, dass das teilweise kaum möglich ist), bestimmte Zeiten für Meetings vorzusehen und andere Zeiten frei von Meetings zu halten. Das sorgt der Zerstückelung der Arbeitszeiten etwas vor. (Vorbild z.B. der „Schontag“ von Quäntchen und Glück).
  3. Auch, wenn ich eigentlich ganze Tage der ungestörten Arbeit an einem Projekt unter Zeitdruck widmen möchte, ist es m. E. nicht sinnvoll, diese ganzen Tage oder gleich Wochen ‚ganztägig’ für dieses Projekt zu blocken. Denn wenn Kolleg:innen etwas mit mir besprechen möchten, warten sie im Zweifel keine zwei Wochen, sondern ignorieren diesen Blocker. Deshalb lieber kurze Kommunikations-Slots frei halten (z. B. jeden morgen von 8:30 – 9:00 und erst ab 9 den weiteren Verlauf des Tages blocken). Das muss ich bei mir selbst noch besser hinbekommen.
  4. Ganz ganz wichtig: Könnte dieses Meeting auch eine E-Mail oder ein Video sein? Und wenn nicht: Begründung, warum es ein Meeting sein muss (siehe 1)

Manchmal erhoffe ich mir eine Zeit, in der es (z. B. durch sehr individuelle Arbeitszeiten, 40 Wochenstunden als Auslaufmodell etc.) immer schwieriger wird, überhaupt noch gemeinsame Zeiten zu finden. Dann würde das Bewusstsein für obige Punkte zwangsläufig wachsen.

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