Juni 18, 2022

Die Corporate Learning Community ist experimentierfreudig. Immer wieder werden neue Arten von Events initiiert, Projekte gestartet und Formate ausprobiert und reflektiert. Immer wieder wird ausgelotet, wie vielfältig gemeinsames Lernen über organisationale Grenzen hinweg gelingen kann.
Ein besonderes Experiment war das #clc22, zu dem ich jetzt, knapp einen Monat später, endlich ein paar Notizen zusammentrage. Der Juni war so vollgepackt mit Terminen, dass ich mir erst sehr spät die Zeit für einen Rückblick nehme … (und auch die re:publica wartet auch noch darauf, zusammengefasst zu werden …).

Hybrid extrem

Das fand am 24. und 25. Mai 2022 statt und war das erste Barcamp der Corporate Learning Community, das konsequent hybrid durchgeführt wurde. „Hybrid“ nicht einfach nur als Online-Event, dem einzelne Kleingruppen hier und da zugeschaltet wurden, sondern als ein Event, das gleichzeitig durch die Teilgebenden an zwei großen physischen Standorten (Berufliche Hochschule Hamburg und SAP in Walldorf) und durch viele europaweit verteilte Online-Teilgebende gestaltet wird, die die Sessions über die vielen Orte hinweg gemeinsam so gelingen lassen, als fänden sie beieinander statt. Die Anzahl der Teilgebenden war in den beiden physischen Orten und dem Online-Raum in etwa gleich groß. Also „Hybrid Extrem“! Alleine schon diese technische und organisatorische Herausforderung war für viele Teilgebende ein guter Grund, das zu besuchen: Erleben, ob so etwas wirklich funktionieren kann!

Ich habe in den letzten Jahren in diversen Veranstaltungen schon so viele halbherzige, schlecht durchdachte und meist auch technisch mangelhafte Hybrid-Versuche erlebt, dass meine Erwartungen nicht sonderlich hoch waren. Aber die CLC hat es in der Vergangenheit schon mehrfach geschafft, mich positiv zu überraschen … und auch diesmal ist der Plan aufgegangen! Hybrid funktioniert!

Der Umfrage in der Abschlussrunde nach zu urteilen war das Hybrid-Erlebnis für die meisten Teilgebenden sogar noch deutlich besser, als ich es selbst empfand. Einerseits war ich beeindruckt, wie gut die Technik funktioniert, wie problemlos die Teilgebenden über die beiden Präsenz-Standorte hinweg zu verstehen und bei der Videotechnik in Walldorf sogar zu sehen waren und wie diszipliniert und irgendwann routiniert in den Sessions darauf geachtet wurde, auch die online zugeschalteten Stimmen zu integrieren. Dennoch ertappte ich mich dabei, die Sessions vor Ort in Hamburg den Online-Sessions vorzuziehen. Ich genoss es sehr, mit den Menschen unvermittelt zu interagieren, statt auf einen Bildschirm zu blicken. Es war großartig, endlich wieder mit dem ganzen Körper beizutragen und auch vor oder nach den Sessions das Gespräch in der Pause weiter zu führen. Und es fühlte sich für mich seltsam an, mit so vielen inspirierenden Menschen in einem Gebäude zu sein, mir dann aber ein separates Plätzchen mit dem Laptop zu suchen, um mich zu einem anderen Ort zu schalten.

Es gab aber auch Stimmen von Teilgebenden, die zwar vor Ort waren, sich aber dennoch gerne online in die Sessions begaben:

Das fand ich sehr interessant, weil ich über mich selbst während der Pandemie auch oft behauptete, mir läge die Online-Kommunikation noch mehr als die Onsite-Kommunikation … was sich zumindest in dieser Barcamp-Konstellation und der direkten Wahlmöglichkeit für mich als nicht richtig herausgestellt hat. (Zutreffend ist dies hingegen immer noch in formalen Vortragssituationen oder in Workshops, bei denen es um das gemeinsame Befüllen von Dokumenten geht.)

Besonders beseelt haben mich wieder die Gespräche in den Kaffeepausen und beim Abendevent. Auch mal abseits von Learning, inspiriert vom Umherwandern zwischen den Grüppchen, zufälligen Begegnungen am Buffett und gesprächsfördernden Objekten im Raum. Das hatte ich in dieser Direktheit mit der „Krassen Herde“ jetzt eben seit 2019 in Koblenz nicht mehr. Und ich habe es vermisst.

Die Technik funktioniert (größtenteils!)

Auf das technische Setup möchte ich nur ganz kurz eingehen. Im Detail lässt sich das auf der Colearn-Webseite nachlesen (und nachmachen).
In Hamburg wurde ein Funkmikrofon in einem Schaumstoffwürfel zwischen den jeweils sprechenden Teilgebenden hin- und hergeworfen. Bild wurde durch eine konventionelle, feststehende Videokamera übertragen. In Walldorf sorgten „Meeting Owl Pro“-Kameras dafür, dass die gerade Sprechenden automatisch in Bild und Ton erfasst sind.

Hier hat Doris Schuppe einen Screenshot einer Meeting Owl Übertragung getwittert:


Beide Systeme hatten ihre Vor- und Nachteile. Die Tonübertragung des Mikrofons im Schaumstoffwürfel war besser als die der Meeting Owl. Weiterhin ist mir so eine DIY-Lösung einfach sympathisch. Andererseits hatte die Meeting Owl den Vorteil, dass eine lebendigere Diskussion entstehen kann, ohne dass zwischen den einzelnen Wortmeldungen der Würfel weitergeworfen werden muss. Außerdem bestand mit der Meeting Owl die Möglichkeit, die Sprechenden vor Ort deutlich besser zu sehen, als das die Totale der feststehenden Kamera in Hamburg ermöglichte.
In einer von mir besuchten Session war die Meeting Owl zeitweilig abgestürzt und damit alle Teilgebenden, die nicht vor Ort waren, praktisch ausgeschlossen.
Die im Online-Raum gehosteten Sessions funktionierten natürlich gewohnt souverän, wie wir es in den vergangenen zweieinhalb Jahren gelernt hatten. Hier fehlte mir, mit dem Laptop auf den Knien in Hamburg sitzend, höchstens der zweite Bildschirm, um gleichzeitig mit Teams, Obsidian und Twitter arbeiten zu können.
Grundsätzlich bedeutet ein Hybrid-Setting, dass die Moderator:innen bewusst darauf achten sollten, Online-Wortmeldungen (ggf. auch im Chat) nicht zu übersehen und sich außerdem so zu positionieren, dass auch die online-zugeschalteten Menschen nicht nur den Rücken (wenn überhaupt) der Vortragenden sehen. Ich hatte den Eindruck, dass wir uns sehr schnell mit der Situation vertraut gemacht und unser Verhalten adaptiert hatten. Denn wie auch damals bei den ersten beiden Online-CLCs in 2020 war die Lernkurve steil und schnell.

Vertiefend fasst das Organisationsteam gemeinsam mit mehreren Teilgebenden ihre Erfahrungen in folgendem Podcast zusammen. Hörenswert:

Hybrid und ich werden keine Liebe

Ich vermute, dass wir in Zukunft immer öfter Hybrid-Settings vorfinden werden … auch bei der CLC. Denn es funktioniert ja. Für mich persönlich stelle ich jedoch fest: Ich bin rational überzeugt … emotional aber nicht begeistert. Wenn ich an einem physischen Ort bin, möchte ich mich den Menschen und ihrer körperlichen Repräsentanz widmen, möchte ich mit dem Raum, seinen Dimensionen und den darin befindlichen Körpern interagieren, möchte ich mich mit allen Sinnen auf die Menschen einlassen. Ich habe bleibende Erinnerungen an kleine und große Details auf den früheren CLCs, die mich gelehrt haben, den Raum zu lieben:

… die überall gebildeten Stuhlkreise, die ich damals zur Irritation oder Verwunderung meiner Kolleg:innen anschließend in geschäftliche Meetings übernommen hatte (habe das Gefühl, 2017 war das bei uns noch nicht etabliert) …

… das gemeinsame Meditieren, sitzend im großen Kreis, mit Benedikt Pape …

… das kreisende Gehen um und Beschreiben von Schatzkarten voller Methoden und Empfehlungen mit Nadja Petranovskaja …

… die Improtheater-Erkundungen mit Mike Meister …

… der Walk and Talk, initiiert durch Simon Burda …

… die Podcast-Tische, die zu einer Session-Reflektion einladen …

… die Schlangen bei der Sessionvorstellung, die allein dadurch, dass immer mehr Sessionhosts aufstehen, dazu einladen, sich ebenfalls einzureihen (ganz nach dem Gesetz, dass eine Menschenschlange immer länger, nie kürzer wird)…

… oder auch das gemeinsame Drängeln vor dem Sessionplan …

Übrigens: Schon 2019 hatten Nele Graf und Pivi Scamperle eine Hybrid-Session aufgesetzt, die aber, bevor sie richtig zusammenfinden konnte, von einem Feueralarm beendet wurde:

Notizen zu einigen der von mir besuchten Sessions

Leider habe ich es nicht geschafft, meine Notizen zu den einzelnen Sessions direkt nach dem zu vervollständigen. Die Zugfahrt von Hamburg zurück nach Berlin war einfach zu kurz … 😉 Deshalb ist mir nicht mehr alles so präsent wie im letzten Monat. Und vor lauter Begeisterung über das Onsite-Setting habe ich sogar viel zu oft das Twittern und Trööten vergessen.
Dennoch noch kurz einige Gedanken aus einzelnen Session, zu denen ich teilgegeben habe:

„Next level learning: LXP?“ mit Ralf Kohl und Alena Gudert

Ralf und Alena hatten sich aufgeteilt: Ralf moderierte vor Ort in Hamburg, während Alena online zugeschaltet war. Clevere Idee, die gut funktionierte!
Die beiden berichteten, wie in der Techniker Krankenkasse das informelle Lernen in Online-Lernräumen und durch die Förderung von User Generated Content lebt. Bisher basiert alles auf SharePoint. „Heute kommt Lernen aus verschiedenen Quellen und die Lernenden müssen sich alles selbst zurecht suchen“, sagte Ralf. (Ich schweife ab, frage mich in letzter Zeit aber immer öfter, ob das manchmal nicht das Lernen fördert … durch das Finden unerwarteter Lernfragmente, Lernen durch Serendipity und Vernetzung … aber das ist eine andere Diskussion).
Durch ein LXP erhoffen sich Ralf und Alena die Förderung von Lernen durch Vernetzung der Kolleg:innen untereinander, durch eine bessere Sortierung und Indizierung der vorhandenen Materialien und durch das Anbieten von Vorschlägen.
In der Gruppe entstand eine Diskussion darüber, dass das beste LXP nichts hilft und weder das Lernen noch die Kollaboration fördert, wenn die vorhandene Lernkultur entgegenwirke, wenn z. B. Wertschätzung von Lernen und Lernzeit fehle.
Bedenken, ob die neue Freiheit des selbstorganisierten Lernens mit einem LXP nicht ineffizient sein könnte, begegnete Ralf mit einem schönen Fazit der Session: „Töpfern in der Toskana brauchen wir nicht … aber es findet auch nicht statt.“ Er betonte, dass die Kolleg:innen auch jetzt, noch vor Einführung eines LXP, ganz bewusst für sie sinnvolle Lerninhalte heraussuchen: „Wir haben einen Vertrauensvorschuss gegeben … und der wird gerade zurückgezahlt“. „Es muss nur noch leichter werden“, ergänzt Alena ihre Hoffnungen darauf, wie ein LXP die Lernkultur der TK fördern kann.

„Immersives Lernen mittels digitaler Escape Rooms“ mit Marcel Martins

Auf diese Session war ich sehr neugierig, denn das Bauen eines digitalen Escape Rooms spukt mir selbst schon seit langer Zeit im Hinterkopf herum. Außerdem hatte ich mich vor einigen Jahren selbst intensiv mit immersivem Lernen über Virtual Reality auseinandergesetzt. Nach dem Ende von Googles Cardboard (und damit der einzigen Möglichkeit, mit bereits bei den Lernenden vorhandenem Equipment wirklich immersive Virtual Reality Erlebnisse zu schaffen) hat sich mein Interesse dazu zwar etwas gelegt, aber ich bin nach wie vor sehr daran interessiert, wie mit einfachen Mitteln, die keine teuren VR-Labs benötigen, die Immersion von Lerninhalten gesteigert werden kann.
Marcel zeigte uns ein Beispiel, dass er mit Kolleg:innen für einen großen Haushaltsgerätehersteller umgesetzt hatte und das auf spielerische Weise Produktwissen abfragt. Nach der Einführung in eine Rahmenhandlung mit Challenge klicken sich die Lernenden durch verknüpfte 360°-Fotopanoramen, suchen die für die Erfüllung der Challenge notwendigen Fragmente in den Panoramen und tauchen immer wieder in kleine Mini-Spiele ab, die gemeistert werden müssen. Währenddessen läuft, wie in einem echten Escape Room, der Timer rückwärts.
Das Produkt war hochwertig produziert und erinnerte mich an ähnliche Rundgänge über Werksgelände mit Challenge im Hintergrund, die Kolleg:innen von mir produziert hatten. Noch immersiver könnten Lernangebote dieser Art allerdings werden, wenn weitere Features integriert werden: Eine intuitive, auf Körperbewegungen basierte Steuerung (z. B. durch Kopfdrehung oder Controller), eine dichte und idealerweise räumlich positionierte Audiokulisse, eine Darbietung mittels VR-Brille (oder Google Cardboard), mehr Beeinflussungsmöglichkeiten des dargestellten Raums und der Objekte … .

Generell glaube ich aber, dass sich durch diese Art von spielerisch aufgepeppten Rundgängen tolle Lernerlebnisse schaffen lassen, die die Entdeckungsfreude virtueller Orte und räumliche Orientierung fördern … z. B. auch für Onboarding oder Arbeitsicherheitsstrainings.

„Lerntransfer beim selbstorganisierten Lernen“ mit Julian Fornoff

Aus dieser Session habe ich zwar kaum Notizen, mich aber über spannende Diskussionen zu Performance Support und Digital Adoption Solutions gefreut. Denn über eins bestand in der Gruppe Konsens: Auf Vorrat lernen gilt schon lange nicht mehr. Es geht darum, Lernimpulse nah an die Anwendung zu bringen und idealerweise unterstützende und direkt umsetzbare Informationen im Arbeitskontext bereit zu stellen.
Dazu besprachen wir verschiedene Arten der Umsetzung und beerdigten endlich die viel zu oft (auch von mir) missbrauchte Vergessenskurve von Ebbinghaus.
Mehrere Teilgebenden empfahlen das Buch „Was Trainings wirklich wirksam macht“ von Dr. Ina Weinbauer-Heidel., das ich aber nicht kenne.

„Persönliches Note-Taking System – von der Notiz zum Wissensaustausch im Team“ mit Simon Schlanker

Diese Session fand in Walldorf statt und ich wollte mich online dazuschalten. Leider hatte die Meeting Owl Probleme. Einen Teil der Session habe ich deshalb nur schwer mitverfolgen können und die Session deshalb wieder verlassen. Nach dem, was ich mitbekommen habe, gab es aber großes Interesse der Teilgebenden daran, wie aus einem persönlichen, individuellen Notiz-System ein teambasiertes werden kann. Ein sehr spannendes Thema, bei dem ich betrübt bin, nicht ganz teilgegeben zu haben.
Ich habe aber einige Begriffe und Tipps aufgeschnappt, mit denen ich mich im vergangenen Jahr auch begeistert beschäftigt habe, z. B. dem Zettelkasten (aktuell bin ich zwar überzeugter Obsidian-Nutzer, nutze es aber immer noch eher als chaotische Kladde und schöpfe nicht annähernd aus den Möglichkeiten der Vernetzungen und Querverweise, die es bietet).
Habe das Gefühl, das Thema ist ein Dauerbrenner … und das hat es auch verdient, denn ich kenne sehr viele Menschen, die mit ihrer Art des Notizenmachens hadern. Im Teamkontext habe ich selten ein System gesehen, dass über einen längeren Zeitraum hinweg gut funktioniert hat. Nein, auch OneNote nicht 😛

„Mastodon als Lern-Booster“, meine eigene Session

Ich habe mich riesig über das rege Interesse der Teilgebenden an Mastodon gefreut. Nach der Session hatten sich einige Teilgebenden sogar schon angemeldet. Die Zeit wird zeigen, ob wir es schaffen, auch auf Mastodon einen Austausch der Corporate Learning Community zu etablieren.

Hier ist die Ankündigung zu meiner Session.

Ergänzung 22.6.: Hier die Zusammenfassung der Session.

Und: Auf Diginici ist Verlass! Wie auch schon im vergangenen Jahr hat sie auch dieses Mal die von ihr besuchten Sessions wieder als Sketchnotes festgehalten. Herzlichen Dank, Nicole!

(Quelle: Tweet von Nicole Denzel)

CLC-Vision erweitern zur lernenden Organisation, mit Karlheinz Pape und Simon Dückert

2017 war das Jahr, in dem ich mit dem CLC Kontakt aufnahm … Seitdem begleitet mich der Hashtag als Anker für all das, was die Community betrifft oder für sie interessant sein könnte.
Die -Vision wurde von der Corporate Learning Community 2017 entwickelt. Wie und mit welchen Inhalten beschreibt Karlheinz Pape rückblickend hier.

Dieses Jahr soll sie in Richtung der Lernenden Organisation erweitert werden:

Und auch wenn sowohl 2025 als auch 2030 noch weit entfernt scheinen … ich stimme Karlheinz aus vollem Herzen zu, dass es höchste Zeit ist, den Fokus von L&D auf die ganze Organisation und darüber hinaus auszuweiten:

Die Entwicklung von Fähigkeiten und Potenzialen der Organisationen ist schon lange kein Thema mehr, für das nur L&D im Zentrum steht. Auch technologiebedingt verschmelzen Arbeiten und Lernen immer mehr zu einer untrennbaren Einheit. Ein künstliches Separieren schadet mehr, als das es nützt. L&D wird immer weniger Kursanbieter, immer mehr Förderer und Ermöglicher. Das stellt unsere Arbeit als Corporate Learning Professionals auf den Prüfstand, macht sie im Idealfall irgendwann überflüssig?

Jochen Robes, Simon Dückert und Karlheinz Pape haben die veränderten Perspektiven von organisationalem Lernen in eine Leinwand für eine erweiterte Corporate Learning Vision 2030 überführt, die wir auf der Session diskutiert und mit weiteren Ideen ergänzt haben.

Natürlich waren 45 Minuten viel zu kurz, um alle unsere Ideen auch nur anzusprechen. Auf der wird an der Vision weitergearbeitet. Einige diskutierte Punkte möchte ich aber erwähnen:

  • Die Verknüpfung strategischer Organisationsziele mit der eigenen Weiterentwicklung der Mitarbeitenden ist eine emergente Notwendigkeit.
  • Lernen holt Impulse aus der Umwelt in die Organisation und strahlt in die Umwelt. Der Versuch vieler Organisationen, Lernen künstlich innerhalb der Organisationsgrenzen zu halten, ist endgültig gescheitert.
  • Messbarkeit (von was eigentlich?) scheint weiterhin ein Thema zu sein.
  • Sind „Wissen“ und „Macht“ noch zeitgemäße Begriffe?

Ich finde es sehr gut, wie wenig technikhörig und wie strukturell wir in der CLC über die Zukunft des organisationalen Lernens diskutieren. Tech won’t fix it! … und aus diesem Grund hatte ich vor längerer Zeit auch schon einmal ein „Corporate Learning Universum“ skizziert, in dem ich versucht habe, neben der so oft diskutierten Technik auch Aspekte von Zeit und Budget, Inhalten, Praktiken und Events zu sammeln, die sich seit diesem Tweet schon wieder erweitert hat:

Außerdem hat Simon Dückert neulich eine vielfältige Galaxy of lernOS Topics veröffentlicht:

Leider werde ich auf der nicht dabei sein können. Umso gespannter bin ich, wie sich die Vision in den nächsten Wochen weiterentwickeln wird …

Gegen Ende der Session kamen wir auch auf das Schulsystem zu sprechen.

Zu diesem Thema diskutierend liefen Eva Hörtrich, Karlheinz Pape und ich am Podcast-Stand vorbei. Karlheinz ermutigte Eva und mich, unsere Gedanken zur Session gleich mit Christoph Haffner einzusprechen:

Sobald unser Gespräch veröffentlicht wird, werde ich es hier ergänzen. Ich freue mich schon selbst drauf, es nachzuhören …

Ergänzung: Hier ist die Aufzeichnung der Session:

„Messbarkeit von Learning“ mit Julian Fornoff

Da wir in der letzten Session von Julian nicht bis zum Thema „Messbarkeit“ vorgedrungen waren, bot er eine weitere Session an.
Ich glaube, vielen in der Session ging es so wie mir: Wir werden ständig mit der Forderung nach Messbarkeit behelligt, aber uns ist allen eigentlich klar, dass wir traditionell größtenteils Vanity Metrics über Happy Sheets erfassen.
Dabei bin ich kein grundsätzlicher Gegner davon, Erfolgsmetriken zu definieren und nachzuverfolgen, so lange wir uns bewusst sind, auf welche Wette wir uns damit einlassen und den Metriken nie zu hörig werden, die Komplexität der unterschiedlichsten Einflussfaktoren auf Ergebnisse wertschätzen, zwischen Korrelation und Kausalität unterscheiden, Bildungsevaluation von Bildungscontrolling bewusst unterscheiden, uns in einer von Sicherheit geprägten Arbeitskultur bewegen, in der Zahlen nicht zum Blaming einer vermeintlichen Minderleistung missbraucht sondern zum Lernen und zur kontinuierlichen Verbesserung des Lernangebots genutzt werden und wir uns permanent hinterfragen, ob die Messmethode noch taugt oder wir sie nicht austauschen sollten.
Vor einiger Zeit hörte ich in einem Podcast, wie Julia Bangerth von der DATEV auf die Frage, wie wir den Erfolg einer Veränderung messen und bewerten könnten, antwortete: „Wann spüren’s der Kunde oder die Kundin? Wenn’s beim Kunden ankommt, dann weiß ich, dass es Erfolg hat.“ Das fand ich erfrischend klar … und vielleicht können wir diese Haltung auch aufs Lernen übertragen?

„Learner Journeys: Was sind sie, zu was sind sie gut, wie nachhaltig und langfristig sind sie … und ist es wirklich eine ‘Journey’?“: Die zweite von mir gehostete Session

Da ich gerade wenige Tage vor dem eine neue Learner Journey Vorlage erstellt hatte und immer wieder darüber stolpere, wie unterschiedlich der Begriff „Learner Journey“ verwendet und welche vielfältigen Anforderungen an Learner Journeys gestellt werden, beschloss ich spontan, noch eine Session zu diesem Thema anzubieten.
Die Ergebnisse fasse ich in einem separaten Blogeintrag zusammen, den ich hier nachträglich verlinken werde.

Ausklang

Ich fühle mich regelrecht beseelt, dass die sich wieder einmal vor Ort treffen konnte. Und gleichzeitig habe ich viele Menschen körperlich vermisst, die ich über die Kamera drüben in Walldorf oder im Online-Raum gesehen habe.

Ich bin dankbar darüber, sehr viele tolle Menschen aus der Community getroffen zu haben, die ich noch nicht kannte oder die ich schon so oft online, aber noch nie physisch getroffen habe.

Das tollste an Konferenzen sind die Kaffeepausen? Nun, Barcamps sind darauf nicht die Antwort, denn Kaffeepausen sind generell das tollste 😉

Die Impulse der Teilgebenden sind das größte Geschenk, dass Sessiongebende empfangen können. Deshalb liebe ich Sessions ohne Folien.

Ach, und so viel weitereres. Bevor ich sentimental werde (vielleicht merkt mans auch weiter oben an der einen oder anderen Stelle), höre ich jetzt auf und veröffentliche endlich endlich endlich diesen Beitrag.

Auf bald, liebe Community!

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