Januar 14, 2021

Das ist Beitrag 8/100 der #100DaysToOffload-Challenge. Mein Ziel ist, hier mindestens 100 Beiträge im Jahr 2021 zu schreiben. So möchte ich für mich das Bloggen zur Gewohnheit machen.

Kennst ihr Organisationen, die eine gemeinsame offene Chronik führen? In der alle Mitarbeitenden zusammentragen, welche guten, schönen, erfolgreichen und bedenkenswerten Ereignisse sich zugetragen haben?

Meine geschätzte Kollegin Claudia, die ich bereits im letzten Beitrage erwähnte, nutzte als Opener für in einem gestrigen Austausch unter Kolleg*innen die „Wahres und Positives“-Übung (ich kenne Sie aus dem schönen Buch „Agile Spiele“), in der die Teilgebenden einbringen, was in letzter Zeit gut gelungen ist.

Heute rief mich Claudia mit einer Idee an, die ich in diesem gleich festhalten und ausschmücken möchte, weil ich hohe Erwartungen in sie lege. Außerdem möchte ich in Erfahrung bringen, ob andere Organisationen vielleicht etwas ähnliches machen.

Zu unserem vergangenen Online-Weihnachtsevent hatten Kolleg*innen einen Jahresrückblick als Video produziert. Es startete mit düsteren Bildern aus dem Frühling 2020, die uns alle noch gegenwärtig sind. Mehr und mehr wurden die Bilder der leeren Straßen und verwaisten Büros abgelöst durch das, was wir in der damaligen Stimmung an Aktionen begannen, um die neue Situation gut zu gestalten. Ausschnitte aus unseren „tts morning smarties“ (an die ich sehr gerne zurückdenke …), unseren verschiedenen Sportaktionen, dem Online-Barcamp, … alles wahres und positive Ereignisse, die uns durch das Jahr getragen haben.

Kolleg*innen auf unserem #ttsCampOnline:
Einer meiner wahrsten und positivsten Organisationsmomente im vergangenen Jahr


Die Kolleg*innen, die dieses Video erstellt haben, haben sicher einigen Rechercheaufwand betrieben, um diese Bilder zum Jahresende zusammenzutragen. Der Aufwand hat sich meines Erachtens gelohnt. Das Video hat berührt. Die Wichtigkeit, diese großartigen kollegialen Initiativen videographisch aufleben zu lassen, spüre ich in der aktuellen Situation wieder ganz besonders.

Wie wäre es, wenn das Material für dieses Video von allen interessierten Mitarbeitenden gemeinschaftlich und fortlaufend gefunden und gesichert werden würde? Ein organisationaler Media-Feed, dessen Energie sich aus den guten Momenten speist?

Die Idee könnte folgendes umfassen:

  • Ein Kanal im ESN (bei uns Yammer) ist als „Jahreschronik“ für alle Kolleg*innen offen.
  • In einer durch die Geschäftsleitung initiierten Kampagne werden alle Kolleg*innen gebeten, dort eine Notiz zu hinterlegen, wenn sie im Arbeitskontext etwas wahres und positives erfahren haben.
  • Die Form der Notiz ist frei. Es kann eine kurze oder längere Textnotiz sein, ein Foto oder Screenshot, ein Videosnippet oder auch ein Link auf eine externe Quelle.
  • Im besten Fall wächst so mit der Zeit ein Archiv an wahren und positiven Momenten, erstellt nicht von einer Redaktion (die ja gar keinen Überblick über die Vielfalt der Momente erlangen kann), sondern von allen Menschen in der Organisation. Die Deutungshoheit, was in der Organisation als „wahr und positiv“ wahrgenommen wird, verteilt sich auf alle Menschen, die sie ergreifen möchten.

Was dieses Vorgehen bewirken könnte:

  • Kulturwandel, wenn wir unseren Blick achtsam auf die guten Momente richten.
  • Seismograph für unsere Stimmungen. Was bedeutet es, wenn über längere Zeit kaum noch Einträge stattfinden? Was können wir ablesen, wenn der Fokus auf ganz bestimmte … Entlastungshandlungen (?) … wandert? Ist es an der Zeit, mögliche Ursachen zu untersuchen?
  • Niederschwellige und doch potenziell wirkungsvolle Möglichkeit, Lob oder Dankbarkeit gegenüber Kolleg*innen auszudrücken.
  • Sichtbarkeit für die Leistungen von Menschen, die sonst weniger sichtbar sind.
  • Möglichkeit, auch eigene Leistungen sichtbar zu machen, ohne in den Verdacht der Prahlerei zu geraten – denn es geht um die eigene Wahrnehmung.
  • Sichtbarmachen von Potenzialen, denn als wahr und positiv empfundene Momente entstehen, wenn wir uns als selbstwirksam empfinden.
  • Motivationsschub beim Lesen und Revue-passieren-lassen der vergangenen Momente.
  • Alle Kolleg*innen hätten zugleich eine sehr aktuelle Übersicht über Argumente, was die Organisation ausmacht und besonders macht. Eine Schatztruhe z. B. für die Kolleg*innen vom Marketing, die in Abstimmung mit den Autor*innen ausgewählter Beiträge Social Media Postings ableiten können.
  • Wertvoll für die Weiterentwicklung der Organisation! Vor einiger Zeit moderierte ich einen an Simon Sineks Golden Circle orientierten Workshop zur Ableitung unseres „Why?“. In diesem Workshop sammelten wir retrospektiv Momente, auf die wir besonders stolz waren – und das, was wir in diesen Momenten für unsere Kunden geleistet zu haben glaubten. Wenn wir dieses Archiv permanent fortführen … sollte es uns nicht leichter fallen, daraus regelmäßig unser „Why“ zu aktualisieren?

Was denkst Du darüber?

Was kommt Dir bei dieser Idee in den Sinn? Hast Du Erfahrungen mit einem ähnlichen Vorgehen in Deiner Organisation? Welche Chancen und Risiken sieht Du?

#100DaysToOffload: Wenn Du wissen willst, warum ich diesen seltsamen Hashtag so oft verwende, lies Dir gerne die Erläuterungen zur Challenge auf https://100daystooffload.com/ durch. Vielleicht hast Du auch Lust, mitzumachen?

Your email address will not be published. Required fields are marked

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}